TaunusAtelier Est. 2011

‚Sind Sie von hier? Es gibt Ähnlichkeiten, in dem wie Sie reden und sich bewegen.‘

 

„Was meinen Sie damit? Ich soll Ihnen erstmals eine Frage stellen: Wo sind wir?“

 

‚Kennen Sie Wiphala? In Südamerika gibt es Stämme, welche Fahnen haben, gestaltet in den Regenbogenfarben. Abhängig davon, wie die quadratisch geformten Farben geordnet sind, weiß man, wo man ist.‘

 

„Braucht man tatsächlich Farben, um zu wissen wo man ist? Oder wer man ist? Die Geschichte ist voll davon, was hat es uns gebracht? Außerhalb: Im Regenbogen gibt es alle Farben.“

 

‚Wichtig ist, und es geht nur darum, dass man gewurzelt ist. Es geht um die Wurzeln! Nur so stehen die Augen richtig.’

 

„Was bedeutet es - und Sie sollen mir bestimmt antworten können - wenn jemand neu ankommt und noch nicht gewurzelt ist?”

 

‚Schau, was für ein wunderschöner Tag heute, schau die Nebelfäden an im Tal. Hier sagen sie: ‚Die Hasen kochen Kaffee.‘ Ist das eine Antwort auf Ihre Frage?’

 

„Da war ich diesen Morgen am Frankfurter Hauptbahnhof. Wie Ameisen, alles durcheinander. Kein Kontakt, kein Auge steht richtig. Alle Farben aber da, und keiner ist Daheim!”

 

‚Ameisen haben bestimmt Kontakt miteinander.’

 

„Kennen Sie Muhkalb? Ich war letztens noch mit Freunden auf den Burgfestspielen. Halbe Stunde hinlaufen, Theater, eine Stunde herlaufen. Das, mein Freund, nennt sich Daheim!“

 

‚Auch wenn alle anderen mit dem Auto kommen? Wenn die schönsten Talstraßen immer voll sind damit?‘

 

„Ach, eine Straße ist nicht immer ein Weg! Die schönsten Wege sind oben.“

 

‚Und wenn da oben der Himmel voll ist mit Kondensstreifen? Was meinen Sie davon, wenn das Blau im Himmel verschwunden ist und die Wassertöne nicht mehr zu hören sind? Jede schöne Grünfläche wird Neubaugebiet, und mittlerweile stirbt der Wald wegen Trockenheit.‘

 

„Ja, dann muss man die Bäume anders bauen!“

 

(Ein Dialog im Taunus)